Endet der letzte "Fall für Zwei" tragisch?

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Claus Theo Gärtner und Paul Frielinghaus lösen demnächst ihren letzten "Fall für Zwei"

Frankfurt - Nach 300 Folgen fällt in diesen Tagen die letzte Klappe für „Ein Fall für zwei“. Darin gerät Privatdetektiv Matula in Lebensgefahr. Bekommt die ZDF-Krimiserie kein Happy End?

Das ZDF stellt die Serie ein, denn die beiden Hauptdarsteller Claus Theo Gärtner und Paul Frielinghaus steigen aus. Der eine, weil er reisen will, der andere, weil er auch mal andere Rollen spielen möchte. Seit Donnerstag und bis zum 9. August steht das Duo für die Dreharbeiten zum Finale vor der Kamera, teilte das ZDF in Mainz mit. Voraussichtlich im kommenden Frühjahr soll die letzte Folge im ZDF zu sehen sein - angemessenerweise trägt sie den Arbeitstitel „Letzte Worte“. Anwalt Lessing muss sich darin gegen einen Mordverdacht verteidigen, er landet sogar in Untersuchungshaft. Und plötzlich muss auch Matula um sein Leben fürchten.

Ein Happy End für das ungleiche Duo könnte es dennoch geben: „Wir sind uns in dem Punkt einig, dass wir nicht sterben wollen, sondern dass wir mit einem heiteren Ende aufhören“, hatte Frielinghaus zuletzt verraten.

Ganz so überraschend kommt der Abschied nicht: Gärtner und Frielinghaus hatten ihre Entscheidung gemeinsam gefällt und den Ausstieg bereits Ende des vergangenen Jahres verkündet. TV-Urgestein Gärtner, Darsteller des Privatdetektivs Josef Matula, will nach früheren Angaben eine längere Pause einlegen und eine große Tour mit dem Wohnmobil unternehmen. „Dann fahre ich zusammen mit meiner Frau ein Jahr lang mit einem 12,5-Tonner die Panamericana von Alaska nach Feuerland“, hat er bereits verraten. „Ich habe extra gerade einen Lkw-Führerschein gemacht.“

Der Kontrast zwischen dem ermittelnden Haudrauf und dem smarten Frielinghaus alias Strafverteidiger Markus Lessing sorgte beim „Fall für Zwei“ stets für die Würze im Serien-Drehbuch: Der 69-jährige Gärtner mit dem immer noch blonden Haar und der so markanten tiefen Stimme zog durch die Straßen, er steckte Folge für Folge Prügel ein und zog lässig an seiner Zigarette. „Die Rolle macht den Leuten Spaß, Matula ist mutig, antiautoritär, hat Humor und ist hin und wieder auch ein Schlitzohr“, erklärt Gärtner. Der andere residierte dagegen als Gentleman-Anwalt in seiner Kanzlei über den Dächern von Frankfurt und paukte mit Hilfe seines Kompagnons die Unschuldigen aus dem Knast.

Gärtner, der dienstälteste Fernsehermittler, schlüpft schon seit September 1981 in die Rolle des schlagkräftigen Matula. Während er der Serie stets treublieb, traten an seiner Seite bisher vier Anwälte auf: der verstorbene Günter Strack, Rainer Hunold, Mathias Herrmann und zuletzt Frielinghaus, der seit zwölf Jahren die Robe Lessings trägt. „Unser 'Fall für zwei' ist die Mutter aller Odd-Couple-Geschichten im deutschen Fernsehen“, sagte ZDF-Fernsehfilmchef Reinhold Elschot.

Zehn Monate im Jahr stehen die Mimen für „Ein Fall für zwei“ vor der Kamera. Dabei sei er zu Beginn nicht wirklich scharf gewesen auf die Rolle des Matula, sagt Gärtner. „Nur um das Drängen zu beenden“, habe er damals zugesagt. Ein halbes Dutzend Folgen, dann sollte eigentlich Schluss sein. Aber dafür war die Serie schlicht zu erfolgreich: 19,4 Millionen Zuschauer, eine heute unvorstellbare Einschaltquote von 50 Prozent - das war der Matula-Erfolg in den ersten noch privatfernsehfreien Jahren. Auch heute sind die im Schnitt rund fünf Millionen Zuschauer eine sehr gute Ausbeute.

Einen Abklatsch nur mit anderen Schauspielern, das will das ZDF nicht bieten. „Wie's danach weitergeht, ist noch offen“, sagte Elschot. „Claus Theo Gärtner ist natürlich unersetzbar, wir arbeiten aber an verschiedenen neuen Krimi-Formaten für den Freitagabend, darunter auch solchen mit einem Privatdetektiv/Anwalt-Paar.“

dpa

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